Warum liebst du das Leben?

Ich liebe das Leben, weil es mir so viele wertvolle Erlebnisse schenkt und mich immer wieder zum Nachdenken anregt. Beobachtest du deine Umgebung und reflektierst, was du siehst?

Der Jahreswechsel steht bevor – eine Zeit, in der viele Menschen innehalten, Bilanz ziehen und neue Ziele setzen. Auch bei Help the poor and the needy e. V. wollen wir diese Phase nutzen, um uns intensiver mit dem Thema Spenden und soziale Verantwortung zu beschäftigen.

Zum Einstieg möchte ich diesen Text mit dir teilen – meinen „Liebesbrief an das Leben“. Ein persönlicher Blick auf das, was mich bewegt, und auf die Veränderungen, die ich um mich herum wahrnehme.

Wenn sich Gewohnheiten verändern.

Jedes Mal, wenn ich aus Gambia nach Deutschland zurückkehre, fallen mir Veränderungen auf. Manche sind klein, andere deutlich. Bei einer mehrmonatigen Abwesenheit sieht man Dinge oft klarer, weil man sie aus einer gewissen Distanz betrachtet.

Diesmal fiel mir auf, dass meine beiden jüngeren Kinder kaum noch Bargeld bei sich tragen. Alles wird mit Karte oder Apple Pay bezahlt. Auch ich nutze digitale Zahlungsmittel, aber habe meist noch etwas Bargeld in der Tasche. Unser Alltag wird immer stärker vom Handy geprägt – selbst Spendenaktionen werden digital. In den USA stehen Straßenmusiker oder Weihnachtsmänner inzwischen mit Kartenlesegeräten da.

In Berlin ist es längst üblich, dass Menschen an der Ampel Kunststücke aufführen oder auf der Straße um Kleingeld bitten. Doch wie funktioniert das in einer Welt, in der Bargeld verschwindet?

Eine andere Realität in Gambia

In Gambia ist das Gegenteil der Fall: Dort wird so gut wie alles bar bezahlt – sogar Autos oder Häuser. Ich erinnere mich an einen jungen Mann, der in der Bank einen so großen Geldstapel ablegte, dass er fast zwei Meter in der Länge maß. Auch unsere Spenden für Hilfsprojekte werden dort in bar gewechselt und gezählt – ein zeitaufwendiger, aber sehr greifbarer Vorgang.

Münzen hingegen haben kaum noch Wert. Bei der hohen Inflation sind sie aus dem Alltag verschwunden. Wer in Gambia unterwegs ist, tut also gut daran, kleine Scheine bei sich zu tragen.

Doch auch dort wird es langsam digitaler. Die App “Wave” ist für viele jetzt das Mittel der Wahl. Damit können sie ihre Wasser- und Stromrechnung bezahlen und sich gegenseitig Geld schicken. Für viele heißt es jetzt nur noch “Wave me” wenn sie Geld haben wollen.

Dennoch: Die Not auf den Straßen ist groß, und es ist oft offensichtlich, wer wirklich Hilfe braucht. Ich glaube, manchmal müssen wir mehr auf unser Gefühl hören und geben, wenn wir spüren, dass jemand Unterstützung braucht – ohne zu viel zu hinterfragen.

Vom spontanen Helfen und gezieltem Spenden

Oft sehe ich eine große Hilfsbereitschaft in Gambia von Menschen, die sich spontan gegenseitig unterstützen. Selten mit Geld, aber mit etwas Gekochtem, oder einem lebenden Huhn, oder Gemüse aus ihrem Garten.

Das erinnerte mich an einen Taxifahrer, den ich dort einmal traf. In seinem Auto stand eine kleine Spardose. Nach jeder Fahrt legte er einen kleinen Betrag hinein, um anderen zu helfen, wenn sich die Gelegenheit bot. Eine einfache, aber wirkungsvolle Idee.

Helfen ist heute anders geworden als früher. In wohlhabenderen Ländern kennen wir selten Menschen, die in akuter Not leben. Hilfe wird oft über Organisationen geleistet – strukturiert, dokumentiert, digital. Das ist gut und notwendig, doch dabei droht das Persönliche verloren zu gehen.

Wann haben wir das letzte Mal direkt einem Menschen geholfen, den wir kennen – einer Nachbarin, einer alleinerziehenden Mutter, einer älteren Person in unserem Umfeld?

Viele trauen sich nicht, um Unterstützung zu bitten, und andere sehen die Not gar nicht mehr, weil sie zu sehr mit dem eigenen Alltag beschäftigt sind.

Es lohnt sich, wieder genauer hinzuschauen. Hilfe beginnt dort, wo wir bereit sind, wahrzunehmen.

Zwischen direkter Hilfe und globaler Verantwortung

In Deutschland leben wir in einem Sozialstaat, in dem viele Hilfesysteme bereits bestehen. Doch es gibt Lebensbereiche, die durch diese Strukturen nicht abgedeckt werden – Einsamkeit, Bildungsbenachteiligung, fehlende Perspektiven.

Und außerhalb Europas, in Ländern wie Gambia ist Hilfe oft eine Frage des Überlebens.

Dort zeigt sich am deutlichsten, wie viel bewirkt werden kann, wenn Menschen bereit sind zu teilen. Jede Spende, ob groß oder klein, wird spürbar. Sie ermöglicht den Kauf eines Sackes Reis, die Behandlung eines kranken Kindes oder den Wiederaufbau eines beschädigten Daches.

Manchmal sind es aber nicht die großen Summen, die zählen, sondern die Haltung dahinter – das Bewusstsein, dass wir füreinander Verantwortung tragen.

So lautet mein Fazit für heute:

  • Halte im Alltag die Augen offen und schau hin, wo du helfen kannst.
  • Hab Verständnis für Menschen, die Hilfe brauchen, auch wenn du ihre Geschichte nicht kennst.
  • Wenn du spenden möchtest, überlege, wo dein Beitrag unmittelbar Wirkung entfaltet.
  • Und vor allem: Vergiss nicht, dass Mitgefühl eine Entscheidung ist – jeden Tag aufs Neue.

Wenn du unsere Arbeit in Gambia unterstützen möchtest, findest du auf unserer Website Informationen zu aktuellen Projekten und Spendenmöglichkeiten.

So können wir gemeinsam dazu beitragen, dass Hilfe dort ankommt, wo sie wirklich gebraucht wird.

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